Alte Spiele – neu entdeckt: Kreisel

Der Kreisel ist ein sehr altes und faszinierendes Kinderspielzeug, das auf der ganzen Welt verbreitet ist. Es gibt ihn in vielen zahlreichen Varianten, als Fingerkreisel, Peitschenkreisel, Brummkreisel oder  Wendekreisel. So wie die unterschiedlichen Kreiselformen gibt es auch die verschiedensten Spiele. Denn mit dem Kreisel kann man natürlich viel mehr machen als nur ihn anzudrehen und sich daran zu erfreuen.

Peitschenkreisel

Auf alten Bildern sind oft Kinder mit Peitschenkreisel zu sehen. Das erfordert einiges an Geschick, denn der Kreisel wird mit einer Peitsche, also einem Stöckchen mit einer Schnur daran, angedreht. Dieser Peitschenkreisel ist U- oder V-förmig und hat waagrechte Rillen im Schwungkörper. Zum Andrehen wird die Schnur der Peitsche um den Kreisel gewickelt, die Spitze des Kreisels auf die glatte Fläche gestellt und der Kreisel mit einem Finger auf der Oberseite in der Senkrechten gehalten. Mit einem Ruck wird die Peitsche weggezogen und der Kreisel wird in eine schnelle Drehbewegung versetzt. Das allein ist schon ein Kunststück. Das Spiel jedoch beginnt erst jetzt, denn nun können geschickte SpielerInnen den Kreisel durch Peitschen immer weiter in Bewegung halten und sogar in bestimmte Richtungen treiben. Welche verschiedenen Spielmöglichkeiten sich daraus ergeben, kann man sich leicht ausmalen: Wessen Kreisel dreht sich länger?  Wer kann eine bestimmte Strecke, vielleicht sogar mit Hindernissen schneller zurücklegen? Oder man spielt eine kooperative Variante mit einem Kreisel und zwei Peitschen und dreht den Kreisel abwechselnd an.

Fingerkreisel

Der Fingerkreisel unterscheidet sich vom Peitschenkreisel dadurch, dass er auf dem Schwungkörper einen Stiel zum Andrehen hat. Je nach Größe wird der Kreisel mit zwei Fingern angeschnippt oder wenn es sich um einen großen Kreisel handelt, zwischen den beiden Handflächen angedreht. Einfache Spiele mit dem Fingerkreisel: Welcher Kreisel dreht sich länger? Dazu braucht man mindestens zwei gleiche Kreisel. Wenn man das Spiel alleine spielt, kann man versuchen, möglichst oft auf einem Bein zu hüpfen oder irgendeine andere Geschicklichkeitsübung zu machen, solange sich der Kreisel dreht.

Murmel und Kreisel

Man braucht dazu eine Handvoll Murmeln, einen Kreisel und ein Spielfeld mit dem Durchmesser von ca. 30 cm. Die Aufgabe besteht darin, den Kreisel in der Mitte des Spielfeldes so anzudrehen, dass er möglichst viele Murmeln aus dem Spielfeld kickt. Dieses Prinzip ist Grundlage von verschiedenen Brettspielen mit Kreiseln.

Holzbrett und Kreisel

Mit kleinen Schneidbrettchen und Kreisel können ganz unterschiedliche Spiele gespielt werden. Spielt man das Spiel alleine, kann man versuchen, den Kreisel auf dem Holzbrettchen anzudrehen, das man in einer Hand hält und dann den Kreisel darauf so hüpfen zu lassen, dass er sich weiterdreht. Man kann auch z.B. versuchen während des Hüpfens, das Brettchen umzudrehen. Bei mehreren MitspielerInnen kann man den Kreisel von einem Brettchen zum andern weitergeben.

Mehrere Kreisel

Jeder Spieler hat einen Kreisel. Es wird ein Spielfeld z.B. mit Kreide markiert und nun geht es darum, das alle Spieler gleichzeitig ihren Kreisel im Spielfeld so andrehen, dass er die anderen Kreisel umschmeißt. Gewonnen hat der Kreisel, der sich am längsten dreht.

Ein einfacher Fingerkreisel kann auch leicht gebastelt werden. Aus einer starken Pappe einen Kreis ausschneiden, und genau im Zentrum des Kreises eine angespitztes Holzstäbchen durchstecken und fixieren. Die längere Seite des Stäbchens dient zum Andrehen. Natürlich sollte der Kreisel auch noch schön bemalt werden. Besonders interessant sieht eine gemalte Spirale aus, denn so hat man in der Bewegung des Kreisels zusätzlich auch noch eine schöne optische Täuschung.