Alte Spiele – neu entdeckt: Waldspiele

blog3blog4blog2

Damit ein „langweiliger“ Spaziergang zum spannenden Erlebnis wird, braucht es gar nicht viel, nämlich den Wald und ein paar Spielideen. Ein wenig mehr Zeit als für einen normalen Spaziergang, sollte man sich schon nehmen, denn auf dem Weg passieren allerhand Abenteuer, die es zu bestehen gilt. Eine Rahmengeschichte, die dazu erfunden oder auch aus einem Lieblingsbuch weiter gesponnen wird, macht das Ganze für jüngere Kinder noch zusätzlich spannend. Wunderbarer Nebeneffekt: Es wird dabei eine größere Strecke zurückgelegt, ganz ohne: „So, jetzt gehen wir aber wieder weiter! …Geh bitte, kooomm!!!“. Je nachdem ob man sich Zeit für Vorbereitungen genommen hat oder nicht, findet man plötzlich Hinweise daruf, dass hier im Wald Abenteuerliches passiert. Wer sich nicht ganz so sicher ist im Improvisieren von Geschichten, der kann sich unbemerkt zurückfallen lassen, oder Ablenkungen für die Gruppe schaffen und Hinweise, Spuren oder Nachrichten platzieren und dann deren Entdeckung für die Gruppe überrascht inszenieren.

Spuren

Alles beginnt vielleicht damit, dass auf dem Waldboden seltsame Spuren gefunden werden, die natürlich vorher gelegt wurden. Die Abenteurer können nun zeigen, dass sie gut im Spuren lesen sind. Dazu werden auf einem Stück lehmigen Boden die eigenen Fußabdrücke hinterlassen. Damit das nicht zu leicht ist, machen alle die Augen zu und eine oder mehrere Personen werden vom Spielleiter ausgewählt. Ohne dass die anderen es merken, machen sie ihre Fußabdrücke und stellen sich wieder in die Gruppe zurück. Nun muss die Gruppe versuchen, zu erkennen wessen Spuren das sind. Wenn die Spurensucher diese Aufgabe gelöst haben, sind sie bereit und können sich wieder auf den Weg zur nächsten Aufgabe machen.

Was gehört nicht hierher?

Auf dem Weg werden 20 Dinge verändert, die es zu entdecken gilt. Das können eindeutige Sachen wie Papier, Wollfäden etc. sein oder natürliche Dinge, die dort, wo sie platziert wurden, normalerweise nicht hingehören, z.B. ein Zweig von einem Laubbaum auf einem Nadelbaum, Blätter unter einem Nadelbaum, Figuren aus Ästen gelegt usw. Wie schwierig die Aufgabe gemacht wird, hängt natürlich auch vom Alter der Kinder ab. Entweder gehen die Kinder einzeln den Weg, versuchen die Dinge am Wegrand zu entdecken, sich zu merken und vergleichen am Ende ihre Beobachtungen oder die Gruppe versucht die Aufgabe gemeinsam zu lösen.

Der kürzeste Weg

In einem vorher festgelegten Spielfeld mit mindestens 10 Bäumen müssen alle Bäume mit möglichst wenigen Schritten erreicht werden. Es geht darum, den kürzesten Weg zu finden, möglichst große Schritte zu machen oder weit zu springen. Alle in der Gruppe zählen die Schritte mit. Wer findet den kürzesten Weg mit den wenigsten Schritten?

Baumstammreihe

Alle stellen sich in einer Reihe nebeneinander auf einen gefällten Baumstamm, sollte keiner zu finden sein, eignet sich auch eine Reihe aus Ästen oder Steinen. Oder man legt ein Seil auf. Dann versucht der erste an das andere Ende der Reihe zu kommen ohne vom Baumstamm zu steigen. Das wäre ja auch ganz gefährlich, denn auf dem Waldboden lauern die Wadelbeißer. Die gesamte Gruppe versucht sich gegenseitig beim Balancieren zu helfen, bis alle es einmal versucht haben. In der Familie  oder einer großen Gruppe, funktioniert dieses Spiel wunderbar, wenn sich zuerst alle auf den Baumstamm stellen und sich dann nach ihrem Geburtstag oder Alter ordnen müssen, ohne vom Baum zu steigen.

Wie das Abenteuer weiter geht, welche Geschichten rundherum gesponnen werden, was alles entdeckt wird oder wie man es schafft den Wadelbeißern zu entkommen, verraten wir gerne ein anderes Mal oder bei einer unserer Spielfortbildungen.

Viel Spaß beim gemeinsamen Spiel!