Alte Spiele – neu entdeckt: Murmelspiele

MurmelnMurmeln

Murmelspiele sind über die ganze Welt verbreitet und sehr alt. Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass bereits im alten Rom mit Murmeln gespielt wurde. Kugerl, Duxer, Klicker, Kullern, Schusser, Dotzer, Murmel – die Namen sind vielfältig und bunt wie die Kugeln selbst. Das Kugalschiam, wie es auf österreichisch heißt, war bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts bei Kindern sehr beliebt. Nicht zuletzt deshalb, weil die schönen Spielgeräte, die Murmeln aus Glas, Ton, Stein etc. in den Hosentaschen praktisch immer mit dabei waren. Zusätzlich ist auch der Nervenkitzel beim Murmelspielen groß, denn wer gewinnt, bekommt die Murmeln der anderen Mitspieler. Weil bei jedem Spieldurchgang die Murmeln ihre Besitzer wechseln, können die Verlierer natürlich den Gewinner immer wieder herausfordern, um ihre verlorenen Murmeln zurückzugewinnen. Bei unterschiedlichen Spielen werden verschiedene Techniken benutzt, die Murmeln werden aus dem Handgelenk geworfen, mit dem Daumen oder Zeigefinger geschnippt oder gerollt oder mit Effet weggeschnippt, indem man mit dem Finger auf die Murmel drückt, bis sie wegrollt. Bei einem so verbreiteten Spielgerät gibt es auch unzählige Spiele. Hier einige einfache und einige etwas ausgefallenere Spiele:

Murmel Treffen

Bei diesem einfachen Spiel geht es wie beim Bocciaspiel darum, eine Zielmurmel mit den andern zu treffen, sodass die Zielmurmel und die geworfene Murmel möglichst nahe beieinander liegen bleiben.  Geworfen wird von einer Standlinie aus. Nun wirft der erste Spieler seine Murmel. Die Anderen versuchen abwechselnd diese Murmel mit ihren Murmeln zu treffen. Wer es zuerst schafft, der hat die Runde gewonnen!

Aumäuerln

Dieses bekannte Spiel funktioniert nicht nur mit Münzen, sondern genausogut auch mit Murmeln. Von einer Standlinie aus versuchen die Spieler abwechseln möglichst nah an eine Wand zu werfen. Wessen Murmel am nächsten zur Wand liegt, hat alle anderen Murmeln gewonnen. Statt einer Wand, kann auch eine auf dem Boden gezogenen Ziellinie  verwendet werden.

Murmelkreis

Man zieht einen kleinen Kreis und legt drei großen Murmeln in die Kreismitte, so dass sie sich berühren. Dann zieht man eine Startlinie in etwa 10 bis 15 Fuß Entfernung vom Kreis. Von der Startlinie aus versucht man  die großen Murmeln aus dem Kreis zu schießen. Nach dem ersten Schuss von der Startlinie aus schießt der Spieler, wenn wer wieder drankommt von dort aus, wo seine Murmel außerhalb des Kreises liegengeblieben ist. Sobald aber eine kleine Murmel im Kreis liegen bleibt, dürfen keine großen Murmeln mehr herausgeschossen werden und dieser Spieler muss solange pausieren, bis es den anderen Spieler gelungen ist, die „gefangene“ Murmel aus dem Kreis zu schießen. Sollte dabei versehentlich eine große Murmel herausgeschossen werden, so wird sie in die Kreismitte zurückgelegt. Das Spiel gewinnt, wer die letzte große Murmel aus dem Kreis schießt. Wenn alle kleinen Murmeln im Kreis gefangen sind, beginnt man von vorne.

Einlochmurmeln

Acht Schritte von einem Zielloch im Boden entfernt versuchen die Spieler hintereinander je drei Murmeln in das Loch zu rollen. Wessen Murmel am nächsten zum Loch liegt, kommt als nächster dran und schiebt nun seine Murmeln von dort aus ins Loch. Verfehlt er das Loch, kommt der nächste Spieler dran. Wer alle seine Murmeln als erster im Ziel hat, bekommt alle eingesetzten Murmeln.

Kreismurmeln

Es wird eine kreisförmige Rinne in den Boden gemacht, mit mindestens 1,5m Durchmesser. In der Rinne werden im gleichen Abstand zueinander nun 16 oder mehr Murmeln im Kreis platziert. Jeder Spieler setzt dabei gleich viele Murmeln ein. Der erste Spieler versucht nun von der Mitte des Kreises aus die Murmeln im Kreis zu treffen. Gelingt es und er kann eine Murmel aus dem Kreis schnippen, darf er von dort aus weiterspielen, wo seine Murmel liegen geblieben ist. Trifft er nicht, kommt der nächste Spieler dran. Die getroffenen Murmeln gehören natürlich immer dem, der sie getroffen hat.

Viel Vergnügen beim gemeinsamen Spielen!