Interview mit der Leiterin der Demokratiewerkstatt

Interview des Magazins KIRCHE IN mit der Leiterin der Demokratiewerkstatt Elisabeth Schindler-Müller

KI: Frau Mag. Schindler-Müller, welches Ziel verfolgt die Demokratielandschaft?

Schindler-Müller: Präsidentin Prammer hat die Vermittlung politischer Bildung nicht nur als Unterrichtsfach, sondern auch als wichtige Aufgabe des Parlaments verstanden. Nach mehrjährigen Bemühungen und Gesprächen mit allen Parlamentsfraktionen wurde in Kooperation mit der Agentur Müllers Freunde GmbH, einem multiprofessionellen Team in den Bereichen Kulturdidaktik, Freizeit- und Erlebnispädagogik, ein Konzept für 8- bis 14-jährige SchülerInnen erarbeitet. Die Demokratiewerkstatt startete 2007 mit dem Ziel, den Kindern die Bedeutung und die Möglichkeiten von Mitmachen, Mitbestimmen und Mitgestalten aufzuzeigen. Bis Ende 2014 werden über 70.000 Kinder an diesem Programm teilgenommen haben.

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KI: Haben andere Parlamente eine mit der Demokratiewerkstatt vergleichbare Einrichtung?

Schindler-Müller: Natürlich bemühen sich auch andere Parlamente um die Vermittlung politischer Bildung, die dortigen Angebote beziehen aber keine Volksschulen mit ein. Auf diesem Gebiet leistet Österreich Pionierarbeit. Viele internationale Deligationen schauen sich unsere Arbeit an.

KI: Gibt es Untersuchungen darüber, was die Teilnahme an der Demokratiewerkstatt bei den Kindern und Jugendlichen bewirkt?

Schindler-Müller: Das ist kaum messbar. Es gibt aber ein groß angelegte Studie der Universität Wien zum Thema „Wie Österreich wählt“ und da zeigte sich, dass die ErstwählerInnen, die in der Demokratiewerkstatt waren, eher von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als andere Jugendliche.

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KIRCHE IN. Das internationale christlich-ökumenische Magazin / Oktober 2014